Müllerei

In der Mühle wird Bio-Dinkel vermahlen. Der Müller ist täglich auf den Beinen und präsentiert das alte Handwerk. Er pflegt die Tradition der Müllersleute und lässt sich dabei gern über die Schulter schauen. Wer mag, kann ihm jederzeit zusehen, wie er das Wasserrad in Gang setzt, wie er das Korn in die Mühle füllt und das Mehl auf seinen Feinheitsgrad überprüft!

Das daraus gewonnene Dinkel-Mehl können Sie vor Ort für Zuhause mitnehmen. Wir verarbeiten es natürlich auch in der eigenen Bäckerei. Um Vielfalt in unserer Bäckerei zu garantieren, kaufen wir noch Roggenmehl aus einer nahe gelegenen Mühle hinzu.

Dinkel wurde seit jeher am häufigsten angebaut. Der Weizen verdrängte dann den Dinkel, weil er leichter zu verarbeiten ist. Seit einiger Zeit aber erfolgt wieder eine Kehrtwende. Immer mehr Menschen entdecken den Geschmack des Dinkels wieder, der darüberhinaus sehr bekömmlich ist und die Verdauung unterstützt.

Das Dinkelkorn ist anspruchsvoll in der Verarbeitung, weshalb unser Bäcker sein gesamtes handwerkliches Geschick einsetzen muss. Gekonnt verarbeitet er das robuste Korn zu feinstem Mehl und bäckt daraus das wertvolle und nährstoffreiche Dinkelbrot und Dinkelbrötchen.

Geschichte

Geschichte

1665 legte die Mühle den Grundstein für den Schifferort Schmilka an der Elbe. Die Wassermühle machte die Generationen von Müllern aber keinesfalls reich. Es war ein schwieriges Auskommen mit den geringen Wassermengen des Ilmenbaches. Allein von den Einnahmen der Mühle konnte der Müller mit seiner Familie daher nicht leben und musste auch andere Arbeiten verrichten.

Um 1800 erfuhr die Mühle jedoch einen immensen Aufschwung. Johann Gottfried Hänsel erwarb sie für 1500 Taler und das Versprechen, die Witwe seines Vorgängers zu heiraten. Es war die Zeit der Romantiker, die auf dem Malerweg die Sächsische Schweiz bereisten. Unter ihnen Caspar David Friedrich und Adrian Ludwig Richter. Für ebendiese Schweizreisenden richtete der Müller neben dem Mahlbetrieb auch eine Bäckerei, eine Gastwirtschaft und ein Nachtquartier ein. So begann das Geschäft zu florieren. Wilhelm Leberecht Götzinger, der als Erschließer der Sächsischen Schweiz gilt, empfahl die Mühle in seinen Beschreibungen „mit einer freundlichen Bewirtung und als Nachtquartier“ und er schreibt: „hier gibt es immer vorrätiges gutes Bier“.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert verlor die Mühle allerdings zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung und die nachfolgenden Mühlenbesitzer beschränkten sich auf die Bewirtung der Schweizreisenden. 1875 gab der Müller die Mahlmüllerei und 1881 folgend auch die Brotbäckerei auf. Seitdem wurde sie nur noch als Gaststätte und Hotel betrieben, später als Ferienheim, bis sie Anfang der 90er Jahre gänzlich aufgegeben wurde.

Im Laufe der Jahre reifte die Idee heran, die „Schmilk’sche Mühle“ wieder zu dem zu machen was sie einst einmal war, eine Wassermühle. Bei Recherchen in Archiven und Chroniken stieß man auf die „30 An- und Aussichten für den Besuch der Sächsischen Schweiz“ von Adrian Ludwig Richter. In diesem Heft ist auch die Mühle von Schmilka als Kupferstich dargestellt. Dieses Motiv von A. L. Richter diente mit als Vorlage für den historischen Wiederaufbau der „Schmilk’schen Mühle“. Dank der Unterstützung durch die Förderinitiative Leader+ ist es gelungen, dieses Projekt bereits im Jahr 2007 zu realisieren.

Seitdem drehte sich das Mahlwerk einmal im Jahr zum Mühlenfest anlässlich des Deutschen Mühlentages. Der neue Inhaber Sven-Erik Hitzer hatte aber noch größere Ziele, nämlich die Mühle täglich in Betrieb zu setzen und mit ihr eine authentische Erlebniswelt wie vor 200 Jahren zu schaffen.

Im September 2012 eröffnete die Mühle nun wieder ihre Tore mit täglichem Mahl- und Backbetrieb. So sind von nun an die Mahlmüllerei und die Brotbäckerei für alle Mühlenliebhaber wieder geöffnet.

Wasserrad

Wasserrad

Das Wasserrad der Schmilkaer Mühle wird angetrieben von der Ilmenquelle. Diese ist mit einer Schüttung von 6 Litern pro Sekunde die stärkste Quelle der Sächsischen Schweiz und befindet sich nur 80 Meter oberhalb des Mühlrades am Zugang in den Nationalpark, was eine seltene Besonderheit darstellt.

Das Rad der Schmilkaer Mühle ist ein oberschlächtiges Rad. Ein kleines Wehr zweigt Wasser des Ilmenbachs in einen aus Holz errichteten Mühlgraben ab. Beim Radscheitel trifft das Wasser dann auf das Rad, läuft in die insgesamt 40 Zellen und setzt das Rad in Bewegung.

Die Energie, die das Wasserrad regenerativ erzeugt, treibt das Mahlwerk an. Sechs bis acht Umdrehungen schafft es pro Minute.

Mahlwerk

Mahlwerk

Das Mahlwerk ist im traditionellen Handwerksverfahren ganz aus Holz gebaut. 2007 wurde es nach historischen Ansichten rekonstruiert. Zwei Mahlsteine setzen sich in Bewegung und zerreiben in einem sich zunehmend verengenden Mahlspalt das Korn.

Es wird ausschließlich Dinkelkorn in der Mühle gemahlen. Pro Tag sind zwei komplette Mahlgänge möglich. Der Müller startet am Vormittag den ersten Mahlgang. Langsam rieselt das gemahlene Korn in den Mehlsack. Dann wird es noch einmal in die Mühle gefüllt und erneut mit noch engerem Mahlspalt gemahlen. So entsteht feinstes Mehl, welches der Müller dann in der Backstube zu knusprigem Dinkelbrot verarbeiten kann.

Für unsere Natur

Für unsere Natur

Uns ist es besonders wichtig, dass der Wirtschaftskreislauf regional geschlossen bleibt. Vom Anbau des Korns auf umliegenden Feldern über dessen Verarbeitung in der Mühle bis zur Zubereitung der Backwaren wird alles an einem Ort erwirtschaftet, denn so war es schon damals und so soll es auch heute wieder sein.

Der Bogen der Nachhaltigkeit spannt sich aber noch weiter. Im Grunde haben wir hier ein perfektes Kreislaufsystem. Das Mühlrad läuft mit Wasserkraft aus der stärksten Quelle der Sächsischen Schweiz, die nur 80 Meter weiter oben am Berg entspringt, was alleine schon eine hydromechanische Sensation ist. Der Backofen wird ausschließlich mit Holz aus den umliegenden Wäldern CO2-neutral gefeuert. Die Abwärme des Ofens erhitzt das Brauchwasser der Mühle, und einige wenige Gerätschaften der Neuzeit, die elektrische Energie benötigen, werden vom eigenen Solarkraftwerk mit Sonnenstrom versorgt. Die Mühle wird so zum 100-Prozent regenerativen Betrieb.

Darüber hinaus stammt das Korn genauso wie alle anderen Zutaten aus ökologischem Anbau. Damit unterstützen wir die Bio-Landwirtschaft nachhaltig.

Unser Betrieb ist nach EG-Öko-Verordnung zertifiziert: DE-SN-006-17557-AB.

  • Nutzung von Wasserkraft
  • Nutzung von Solarenergie
  • Nutzung von Holz aus den umliegenden Wäldern
  • Wärmerückgewinnung aus dem Holzbackofen
  • Nutzung von Korn aus ökologischer Landwirtschaft
  • Nutzung von 100 % Bio-Zutaten für die Bäckerei

"Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem, der es isst ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht er froh und voll Heiterkeit. Und wie immer zubereitet man ihn isst, sei es als Brot, sei es als andere Speise, ist er gut und lieblich und süß."
(Hildegard von Bingen)